Der Basaltabbau prägte jahrzehntelang die Geschichte des Asbacher Landes und stellte eine wichtige Erwerbsquelle für die Bevölkerung dar. Darum haben wir die erste Radtour "Steinbruch-Route" genannt, sie führt an vielen ehemaligen Stätten des Basaltabbaus und stillgelegten Steinbrüchen vorbei. Die Kapelle in Ütgenbach, die idyllisch mitten im Wald liegt, werden wir auf dieser Tour ebenfalls besuchen.
Zum Verweilen bieten sich unterwegs zahlreiche Bänke an, ein Zwischenstopp am Spielplatz in Oberplag findet für Kinder immer großen Anklang für eine willkommene Pause.
Ausgangspunkt für unsere Tour ist der Marktplatz in Asbach, wo ausreichend Parkplätze vorhanden sind. Mehrere Lokale vor Ort sorgen für das leibliche Wohl. In der Hospitalstrasse findet man ein Fahhradgeschäft, daß für Serviceleistungen in Anspruch genommen werden kann.
Die "Steinbruch-Route" ist geeignet für Familien mit Kindern. Hauptsächlich werden Neben-straßen, geteerte Wirtschaftswege sowie recht gute Schotterwege befahren. Die Strecke ist 19 km lang und die Fahrzeit beträgt etwa 2 Stunden. Sie kann gut mit Mountainbikes, Trecking-und Tourenrädern gefahren werden, ist aber ungeeignet für Rennräder.
Die Route:
Wir fahren die Marktstraße an der Kamillus-Klinik vorbei, und nach 400 m nach rechts ab
Richtung Bildstock. Nach 1,2 Km erblickt man auf der rechten Seite einen kleinen
Marien-blickstock der 1933 auf private Initiative erbaut wurde. Seine einsame und
idyllische Lage zieht jährlich viele Besucher an.
Bei KM 1,75 biegen wir in Hussen links ab in die Pfalzstrasse und verlassen diese nach 250 m links in einen Schotterweg Richtung Mückensee. Bei KM 3,0 erreichen wir ein Wegekreuz und fahren rechts ab Richtung Buchholz. Wenden wir uns am Wegekreuz nach links, können wir den ersten Basaltsteinbruch unserer Tour entdecken., das Gelände um den Mückensee. Der Bruch wurde nach dem ersten Weltkrieg nicht mehr in Betrieb genommen, ist aber ein schönes Beispiel für Rekultivierung. Das ganze Betriebsgelände wurde nämlich sofort nach der Schließung mit Fichten und Pappeln aufgeforstet, und der mit Grundwasser gefüllte Bruch ist bis heute ein beliebtes Ziel für Spaziergänger.
Bei KM 4,5 fahren wir links ab Richtung Buchholz/Wahl und erreichen nach 500 m die Asbacher Strasse. Nach 200 m. biegen wir hinter dem alten Molkereigebäude nach links auf den alten Bahndamm Richtung Asbach. Schon 1892 wurde hier eine Eisenbahnlinie angelegt, die den Abtransport des Brechermaterials garantierte und den Anschluß an größere Bahnhöfe wie Hennef oder Beuel sicherte. Wir fahren ca. 1,5 km auf dem Bahndamm und erblicken dann auf der linken Seite auf einer Anhöhe den Steinbruch Limbergskopf. Mit 75 m Wassertiefe ist dies nicht nur der tiefste, sondern auch der gefährlichste Natursee in der Region
Bei KM 7,6 auf unserem Tacho gelangen wir zur Hauptstrasse in Bennau. Wir fahren auf dieser nach rechts "Vorsicht" starker Verkehr. Nach 200 m biegen wir links in die Strasse zur "Zur Bennauer Mühle". Nun fahren wir wieder auf einem befestigten Schotterweg und nach 500 m sehen wir auf der linken Seite das Gelände des ehemaligen Basaltsteinbruchs Bennau. Die Brüche Bennau und Limbergskopf zählten mit ihren hochqualitativen Basaltsäulen zu den Juwelen der damaligen Betreiber. Aus diesem Material ließ sich genau das herstellen, was am teuersten zu verkaufen war: Pflastersteine für die Stadtstraßen und Säulenwände. Beide Brüche, besonders Bennau zählten daher nach der Zahl der Arbeiter zu den größten Betrieben. Bennau hatte bis zum 2. Weltkrieg 70-100, Limbergskopf 50-70 Beschäftigte. Somit gaben diese beiden Betriebe auch in absatzarmen Krisenzeiten vielen Menschen Arbeit und Brot. Beide Brüche wurden Ende der 50er Jahre geschlossen, das sie ausgebeutet waren.
Wir bleiben auf dem Weg entlang des Bennauer Steinbruchs und gelangen nach weiteren 500 m zu der sehr schönen Bennauer Mühle. Sie wurde 1554 erbaut und ist heute in Privatbesitz. Bei KM 9,2 biegen wir rechts auf die Strasse nach Köttingen, verlassen diese aber nach 300 m in der Rechtskurve wieder und fahren nach links ins Pfaffenbachtal.
Bei Km 10,0 erreichen wir das "Haus der Natur" des ANUAL-Vereins Asbach.
An dem ehemaligen Pumpenhaus zeigt der Verein naturnahe Gestaltung des Lebensraumes und wechselnde Ausstellungen zur Natur in unserer Heimat. Nach 300 m geradeaus folgen wir leicht bergan immer dem Verlauf des Weges und sehen auf der rechten Seite das Gelände des Basaltbruchs Hinterplag. Hier wurde schon vor der Jahrhundertwende Basalt gewonnen und zuletzt wurde hier 1979 für kurze Zeit noch einmal gearbeitet.
| Bei KM 11,8 erreichen wir den Ortsteil Straßen,
wir überqueren die Straße und fahren in die Sternstraße nach Oberplag. Nach 500 m
finden wir den Kinderspielplatz der sicher die Kinder zu einer kleinen Pause verleitet. Hiernach biegen wir in den "Dinspeler Weg" und fahren immer geradeaus, bis wir den Ortsteil Dinspel erreichen. Bei KM 13,7 biegen wir am Ortsschild Dinspel nach rechts und nach weitern 50 m nochmals rechts ab. Auf Serpentinen fahren wir den Berg hinauf in den Ort Kalscheid. Wir folgen dem Verlauf der Strasse in Richtung Krankel und gelangen bei KM 15,4 rechts zur Kapelle Ütgenbach. Dies ist eine im Wald gelegene Kapelle, deren Ursprung auf das 12. Jahrhundert zurückgeht. In unmittelbarer Nähe sieht man Reste der untergegangen Dynastenburg, gut zu erkennen an Wassergraben und Burghügel. |
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Wir kehren nun zurück zur Strasse und fahren rechts Richtung Krankel. Bei KM 16,5 biegen wir an den drei Eichen nach rechts ab. Bei KM 17,0 fahren wir nach links zurück nach Asbach. Als letzten Punkt zum Thema "Basaltabbau" kann man hier den alten Lokschuppen in der Bahnhofstrasse besuchen. Der Lokschuppen wurde im letzten Jahr wieder aufgebaut und in der Nacht vom 10. auf den 11. Oktober wurde eine alte restaurierte Lokomotive der Rhein-Sieg-Eisenbahn, die einst auf der Asbacher Bahnlinie fuhr, mit einem Spezialtrans-porter an ihren angestammten Platz zurückgebracht. Sie wurde für den Transport von Basalt-steinen und Schotter zum Rheinhafen nach Beuel eingesetzt und war auch für viele Pendler die einzige Anbindung in den Ballungsraum Köln. Auch sie ist damit ein Stück regionale Industriegeschichte. Bei schönem Wetter und besonderen Anlässen wird die Lok ins Freie gezogen.
Wer heute Asbacher Basalt sehen will, der schaue sich die Kölner Hafenmauer an oder er fahre zum Hindenburgdamm, der Sylt mit dem Festland verbindet. Und wer einmal in Brüssel den deutschen Pavillon der Weltaustellung von 1953 besucht, der findet dort Basaltsteine aus dem Limbergskopf.
Autor: Brigitte Klein
Strecke: Wilfried Borens